Panikattacken wirkungsvoll begegnen

Panikattacken wirkungsvoll begegnen

Panikattacken gehören zu den intensivsten Angsterfahrungen, die Menschen machen können. Sie treten oft scheinbar aus dem Nichts auf und sind begleitet von Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Zittern oder der Angst, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben. Aus psychotherapeutischer Sicht ist entscheidend zu verstehen: Panikattacken sind keine Gefahr an sich. Sie sind Ausdruck eines hochaktivierten Nervensystems, das fälschlicherweise Alarm schlägt.

Ein erster wichtiger Schritt im therapeutischen Umgang ist Psychoedukation. Klientinnen und Klienten lernen, dass die körperlichen Symptome zwar extrem unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich sind. Dieses Wissen reduziert die sogenannte „Angst vor der Angst“, die Panikattacken oft aufrechterhält. Gleichzeitig erforschen wir, welche Auslöser – innere oder äußere – das Nervensystem in Alarm versetzen, etwa Stress, unverarbeitete emotionale Belastungen oder frühere traumatische Erfahrungen.

Panikattacken wirkungsvoll mindern und begegnen

Körperorientierte Psychotherapie bietet hier einen besonders wirksamen Zugang. Verfahren wie Somatic Experiencing gehen davon aus, dass Panikattacken häufig mit nicht vollständig verarbeiteten Überlebensreaktionen zusammenhängen. In der Therapie lernen Betroffene, ihre Körperempfindungen achtsam wahrzunehmen, ohne sie sofort zu bewerten oder zu bekämpfen. Durch das sogenannte Pendeln zwischen Anspannung und Entspannung kann das Nervensystem schrittweise wieder lernen, sich selbst zu regulieren. Ein zentraler therapeutischer Fokus liegt auf der Rückgewinnung von Kontrolle und Sicherheit im Körper. Atemübungen, sanfte Bewegungen, Bodenkontakt oder das bewusste Wahrnehmen stabilisierender Empfindungen helfen, aus der Panikspirale auszusteigen. Statt gegen Ihre Symptome anzukämpfen, entwickeln Sie eine innere Haltung: „Ich kann das spüren, ohne daran zerbrechen zu müssen.“

Darüber hinaus wird in der Therapie oft an tieferliegenden Themen gearbeitet – etwa chronischem Stress, Leistungsdruck oder Bindungserfahrungen, die das Nervensystem dauerhaft in Alarmbereitschaft halten. Körperbetonte Verfahren ermöglichen, diese Muster zu verändern, ohne die Panik in voller Intensität erneut auslösen zu müssen. So entsteht langfristig eine deutliche Besserung: Panikattacken verlieren an Häufigkeit und Intensität, und Betroffene gewinnen Vertrauen in ihre Fähigkeit zurück, mit starken inneren Zuständen umzugehen.

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