Zugang zu den eigenen Emotionen finden

Zugang zu den eigenen Emotionen finden

Wir reden und denken alle zu viel. Das fängt schon im Kindesalter an und wird, je älter wir werden, nicht besser. Wobei ich nichts gegen Rationalität und Durchdenken von Situationen habe. Was dabei oft auf der Strecke bleibt, ist der Zugang zu unseren Empfindungen und Emotionen. Das merken wir vor allem dann, wenn etwas Unerwartetes und Überwältigendes geschieht und unsere Ratio mit den bewährten Verhaltensmustern nicht mehr ausreicht. Dann ist etwas passiert, was buchstäblich als Schreck und/oder Erschrecken in unserem Körper sitzt und uns nicht mehr loslässt. Der Körper und seine Reaktionen übernimmt dann die Führung und egal, wie viel wir denken, können wir uns nicht aus der Schrecksituation befreien.

Meine Erfahrung ist die, dass dann Kinder und Erwachsene durch das Schockerlebnis oft auch nicht mehr richtig wahrnehmen können. Der Zugang zum eigenen Körper ist blockiert und der sendet dann meistens nur noch Alarmsignale, die wir nicht mehr richtig zuordnen können. Auch der wohlmeinende Ratschlag „Spür doch mal hin“ greift dann zu kurz.

Tiergestützte Therapie bringt Sie Ihren Empfindungen wieder näher

Genau dann, wenn der Zugang zum eigenen Empfindungssystem nicht mehr richtig funktioniert, wechsele ich gerne mein Handwerkszeug und nehme meine Hunde und Pferde zur Therapie mit dazu. Gerade meine beiden Araber-Wallache „zwingen“ auf sehr liebevolle Art und Weise ihr Gegenüber dazu, ganz bei sich zu sein.

Pferde sind Fluchttiere, scannen ihre Umgebung besonders gut und achten dabei auf ihren Körper und ihre natürlichen Instinkte. Sie reagieren besonders sensibel darauf, wenn die gezeigte Haltung ihres Gegenübers mit den von ihrem Instinkt erfassten Grundtonus nicht übereinstimmt. Ein Beispiel – wenn zum Beispiel versucht wird, nach außen hin freundlich auf das Pferd zuzugehen, man aber innerlich ärgerlich oder traurig ist.

Durch gezielte Kontaktaufnahme, durch Entspannungsübungen kann dabei ein Mensch wieder lernen, mehr auf seine wahren Empfindungen zu hören, diesen zu vertrauen und sie auch wieder auszudrücken. So wird er gegenüber den Pferden und Hunden wieder „ehrlicher“, der Umgang miteinander ändert sich schlagartig.

Mithilfe der tiergestützten Therapie können Erwachsene wie Kinder die Fähigkeit in kleinen Schritten wiedererlernen, sich den eigenen Empfindungen und Bedürfnissen bewusst zu werden. Meine Pferde sind dabei die stillen Spiegel, an denen sich meine Klienten orientieren können.

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